Webware entsteht, indem längs laufende Kettfäden und quer eingetragene Schussfäden miteinander verkreuzt werden. Diese rechtwinklige Struktur macht viele Gewebe im geraden Fadenlauf formstabiler als Maschenware, obwohl Gewicht, Bindung und Faser das Verhalten stark verändern.
Kette, Schuss und Webkante
Die Kette läuft in Produktionsrichtung meist parallel zur Webkante; der Schuss verläuft quer dazu. Diagonal im 45-Grad-Winkel liegt der Schrägfadenlauf, auf dem selbst wenig elastische Webware deutlich nachgiebiger fällt. Diese Eigenschaft wird etwa für Schrägband oder schräg zugeschnittene Kleidungsstücke genutzt.
Bindung ist nicht Faser
Leinwand-, Köper- und Atlasbindung beschreiben, wie Kette und Schuss sich kreuzen. Baumwolle, Leinen, Wolle, Viskose und Polyester bezeichnen dagegen Fasermaterialien. Ein Baumwolljersey ist daher keine Webware, während ein Viskosekrepp gewebt sein kann. Angaben zu Faser, Bindung, Gewicht und Ausrüstung werden gemeinsam benötigt, um Fall und Verarbeitung einzuschätzen.
Zuschnitt und Nähen
Beim Zuschnitt wird der eingezeichnete Fadenlauf parallel zur Webkante ausgerichtet. Verzug im Gewebe sollte vor dem Auflegen geprüft werden. Viele Webstoffe fransen an Schnittkanten aus und brauchen eine zur Beanspruchung passende Versäuberung.
Nadelstärke und -spitze richten sich nach Dichte und Gewicht. Eine feine, dicht gewebte Ware reagiert anders als lockeres Leinen oder schwerer Denim. Auch Nahtzugabe, Stichlänge und Bügeltemperatur werden deshalb am konkreten Stoff ausgerichtet, nicht allein am Oberbegriff Webware.