Schrägband besteht aus einem Streifen Webware, der im diagonalen Fadenlauf zugeschnitten wird. In diesem 45-Grad-Bereich kann sich das Gewebe stärker formen als entlang Kette oder Schuss. Dadurch legt sich das Band um Ausschnitte, Armlöcher und andere Rundungen, ohne an der Außenkante sofort Falten zu bilden.
Formen von Schrägband
- Ungefalteter Schrägstreifen: wird je nach Technik individuell gebügelt oder offen verarbeitet.
- Einfach gefaltetes Schrägband: beide langen Kanten sind zur Mitte eingebügelt.
- Doppelt gefaltetes Schrägband: das einfach gefaltete Band ist zusätzlich mittig gefaltet und umschließt eine Schnittkante.
Die Bezeichnungen und Maßangaben unterscheiden sich im Handel. Entscheidend ist, ob sich die angegebene Breite auf den offenen Streifen oder das fertig gefaltete Band bezieht.
Schrägband selbst herstellen
Streifen werden exakt im 45-Grad-Winkel zur Webkante geschnitten. Kurze Stücke verbindet man diagonal, damit die Nahtzugaben sich über eine längere Strecke verteilen. Nach dem Zurückschneiden werden die Verbindungsnähte auseinandergebügelt. Ein Schrägbandformer kann anschließend gleichmäßige Längsfalten vorgeben.
Einfassen und Verstürzen
Beim sichtbaren Einfassen umschließt das Band die offene Kante; eine Steppnaht erfasst beide Seiten. Bei einer schmalen Schrägbandversäuberung kann das Band vollständig nach innen gewendet werden, sodass außen nur die Ansatz- oder Steppnaht bleibt.
Schrägband wird beim Annähen nicht unkontrolliert gedehnt. An Innenrundungen muss seine äußere Kante mehr Länge aufnehmen, an Außenrundungen die innere Kante. Vorformen mit Dampf und abschnittsweises Stecken oder Heften helfen, Kräusel und Zugfalten zu vermeiden.