Als Zuschnitt bezeichnet man das Übertragen und Ausschneiden der benötigten Stoffteile nach einem Schnittmuster. Genauigkeit ist entscheidend: Fehler an der Schnittkante verändern Maße, Passzeichen und Nahtverlauf und lassen sich beim Nähen nur begrenzt korrigieren.
Stoff und Schnitt vorbereiten
Viele waschbare Stoffe werden vor dem Zuschneiden so gewaschen und getrocknet, wie das fertige Stück später gepflegt werden soll. Dadurch findet ein mögliches Einlaufen vor der Verarbeitung statt. Anschließend wird der Stoff glatt gebügelt und spannungsfrei auf einer ausreichend großen Fläche ausgelegt.
Auch Papier- oder Ausdruckteile müssen eben sein. Bei PDF-Schnitten wird zuerst das Kontrollquadrat gemessen. Danach wählt man die richtige Größe und prüft, ob die Nahtzugabe bereits enthalten ist.
Schnittteile auflegen
Der Schnittauflageplan ist der Ausgangspunkt. Jedes Schnittteil wird entsprechend seiner Zuschneideangabe positioniert. Der eingezeichnete Fadenlauf muss stimmen; Teile mit Bruchmarkierung liegen direkt am Stoffbruch.
Bei Stoffen mit Flor, Strichrichtung oder einseitigem Motiv zeigen die Teile meist in dieselbe Richtung. Karos und Streifen benötigen zusätzliche Reserve, wenn Übergänge an Nähten aufeinanderpassen sollen.
Werkzeuge und Schneidemethoden
Eine scharfe Stoffschere schneidet lange, ruhige Züge, ohne den Stoff von der Unterlage abzuheben. Rollschneider und Schneidematte sind besonders für gerade Kanten und Patchwork praktisch, verlangen aber Abstand zur freien Hand. Papier wird mit einer anderen Schere geschnitten, damit die Stoffschere scharf bleibt.
Schnittteile lassen sich mit feinen Stecknadeln oder Gewichten sichern. Gewichte vermeiden Löcher und eignen sich gut für Rollschneider; Nadeln geben rutschigen Lagen zusätzlichen Halt.
Markierungen übertragen
Knipse werden nur wenige Millimeter innerhalb der Nahtzugabe eingeschnitten. Abnäher, Falten, Taschenpositionen und andere Innenmarkierungen werden mit einem für den Stoff geeigneten Hilfsmittel übertragen. Schneiderkreide, auswaschbare Stifte, Kopierpapier oder Heftfäden haben unterschiedliche Vor- und Nachteile; ein Test am Stoffrest verhindert dauerhafte Flecken.
Vor dem ersten Schnitt sollten alle Teile vollständig aufliegen und Anzahl, Spiegelung und Richtung kontrolliert sein. So fällt früh auf, ob Stoffmenge und Anordnung tatsächlich ausreichen.