Versäubern schützt eine rohe Schnittkante davor, beim Tragen und Waschen immer weiter auszufransen. Die Methode richtet sich nach Stoff, Naht, Beanspruchung und gewünschter Optik. Maschenware franst meist weniger als Webware, kann sich aber einrollen oder Laufmaschen bilden.
Methoden mit der Nähmaschine
Ein Zickzackstich legt abwechselnd Stiche in Stoff und nahe an die Kante. Ein Überwendlich- oder Overcaststich der Haushaltsmaschine bildet mit passendem Nähfuß eine dichtere Kantenbefestigung. Die Kante läuft dabei an der Führung des Fußes; vor dem Nähen wird geprüft, dass die Nadel den Fuß nicht trifft.
Stichbreite und -länge müssen verhindern, dass der Rand zusammengezogen wird. Sehr lockere Gewebe brauchen mehr Halt als dicht gewebte Baumwolle.
Overlock und andere Möglichkeiten
Eine Overlock schneidet die Kante gleichmäßig zurück und umschlingt sie mit mehreren Fäden. Sie kann Naht und Versäuberung in einem Arbeitsgang bilden, ist aber nicht für jede Konstruktion oder schwer zugängliche Ecke ideal.
Weitere Möglichkeiten sind:
- Zackenschere bei wenig fransenden Webstoffen
- Schrägband- oder Hongkong-Einfassung für sichtbare Innenseiten
- eingeschlossene Kanten bei französischen Nähten oder Kappnähten
- Futter, das die Nahtzugaben verdeckt
Vor oder nach dem Zusammennähen?
Nahtzugaben können einzeln vor dem Nähen oder gemeinsam danach versäubert werden. Einzelne Kanten lassen sich später auseinanderbügeln; gemeinsam versäuberte Zugaben werden zu einer Seite gelegt. Welches Vorgehen sinnvoll ist, bestimmt die Anleitung und der weitere Aufbau.
Versäuberung darf die Nahtzugabe nicht unkontrolliert verkleinern. Besonders bei der Overlock wird zuerst an einem Reststück geprüft, wie viel das Messer abschneidet.