Viskose ist eine regenerierte Cellulosefaser. Pflanzliche Cellulose, meist aus Holzzellstoff, wird chemisch gelöst, im Viskoseverfahren durch Spinndüsen gepresst und wieder als Cellulosefaser ausgefällt. Ausgangsstoff und fertige Faser sind damit cellulosisch; die Herstellung erfolgt industriell über eine Lösung.
Viskose ist keine Stoffart
Viskose bezeichnet die Faser beziehungsweise das Herstellungsverfahren, nicht die Flächenkonstruktion. Sie kann zu Webware, Jersey, Rippstrick oder French Terry verarbeitet und mit anderen Fasern gemischt werden. Ein Viskosekrepp verhält sich deshalb anders als ein Viskosejersey.
Rayon ist besonders im amerikanischen Englisch die gebräuchliche Bezeichnung. Im internationalen Fachgebrauch werden Viskose und Viscose Rayon oft zusammen genannt. Modal und Lyocell sind ebenfalls regenerierte Cellulosefasern, entstehen aber in anderen beziehungsweise weiterentwickelten Verfahren und sind keine bloßen Handelsnamen für Viskose.
Typische Eigenschaften
Viele Viskosestoffe sind weich, saugfähig und fallen fließend. Die Eigenschaften hängen jedoch stark von Garn, Konstruktion, Ausrüstung und Mischung ab. Manche Qualitäten verlieren nass an Stabilität oder laufen ein; andere sind gezielt pflegeleichter ausgerüstet. Die Pflegekennzeichnung des konkreten Stoffes ist daher wichtiger als eine allgemeine Faserregel.
Zuschneiden und Nähen
Viskosegewebe wird vorgewaschen, wenn das fertige Stück später gewaschen wird. Fließende Ware liegt beim Zuschnitt vollständig unterstützt und wird nicht gedehnt. Einlagiger Zuschnitt und feine Gewichte können ein Verrutschen mehrerer Lagen vermeiden.
Eine feine, neue Nadel, passendes Garn und moderate Stichlänge reduzieren Fadenziehen und Kräuseln. Nähte werden beim Nähen nicht gezogen und anschließend druckarm gebügelt. Ob Kanten ausfransen oder Maschenware eine elastische Naht braucht, entscheidet die Stoffkonstruktion – nicht die Faser Viskose allein.