Ein Saum bildet den Abschluss an Hosenbein, Rock, Ärmel, Tischwäsche oder einer anderen freien Stoffkante. Beim Säumen wird eine eingeplante Saumzugabe nach innen gefaltet, eingefasst oder mit einer speziellen Stichbildung befestigt. Das schützt die Schnittkante und bestimmt Fall und Erscheinungsbild.
Häufige Saumarten
- Einfacher Umschlagsaum: Kante versäubern, einmal nach innen bügeln und festnähen.
- Doppelter Umschlag: Die rohe Kante liegt innerhalb zweier Faltungen und bleibt vollständig verdeckt.
- Blindsaum: Nur kleine Stiche greifen die Außenseite, sodass die Naht kaum sichtbar ist.
- Rollsaum: Sehr schmaler, mehrfach eingerollter Abschluss für feine Stoffe.
- Coversaum: Dehnbarer Saum mit parallelen Nadelfäden und Greiferfaden auf der Rückseite.
- Eingefasster Saum: Eine separate Blende oder Schrägband fasst die Kante ein.
Saum vorbereiten
Die endgültige Länge wird am getragenen oder korrekt ausgerichteten Projekt kontrolliert. Bei Röcken im schrägen Fadenlauf sollte sich der Stoff vor dem Ablängen aushängen dürfen. Die Saumzugabe wird gleichmäßig markiert und gebügelt, ohne das Material zu dehnen.
Stark gebogene Säume sind anspruchsvoller, weil die äußere Schnittkante beim Umschlagen mehr Weite besitzt als die Linie, an der sie festgenäht wird. Schmale Säume, Einhaltefäden oder ein Formbeleg reduzieren Falten.
Webware und elastische Stoffe
Bei stabiler Webware genügt oft ein Geradstich. Jersey braucht eine dehnbare Lösung, etwa schmalen Zickzack, eine Zwillingsnadel (siehe Nähmaschinennadeln) oder Coverlock. Die Saumkante kann mit Einlage oder auswaschbarem Stabilisator gegen Wellen gesichert werden.
Ein Probestück zeigt, ob Stichlänge, Druck des Nähfußes und Fadenspannung zum Material passen. Der Saum soll flach liegen, ohne die Beweglichkeit des Stoffes unnötig einzuschränken.