Eine Overlock ist eine Spezialnähmaschine für Stoffkanten und elastische Nähte. Ein Messer schneidet die Kante auf eine gleichmäßige Breite, während Nadeln und Greifer mehrere Fäden um die Kante legen. Je nach Stich werden Stofflagen gleichzeitig verbunden und versäubert.
Wie eine Overlock arbeitet
Anders als die Haushalts-Nähmaschine bildet eine Overlock ihre Stiche überwiegend mit Greifer- statt Spulenfäden. Häufig verwendet werden Drei- und Vierfaden-Overlockstiche: Ein Dreifadenstich eignet sich unter anderem zum Kantenabschluss, ein Vierfadenstich ergänzt eine zweite Nadellinie für belastbarere Verbindungsnähte.
Der Differenzialtransport besitzt getrennt regelbare Transporteure vor und hinter der Nadel. Er kann verhindern, dass Jersey beim Nähen wellt oder feine Stoffe sich kräuseln; absichtlich eingestellt lässt sich damit auch Mehrweite erzeugen.
Typische Anwendungen
- elastische Nähte in Jersey und Maschenware
- schnelles Versäubern offener Nahtzugaben
- Rollsäume an leichten Stoffen
- dekorative Flachnähte, je nach Maschine und Einstellung
Weil das Messer Material entfernt, lassen sich Fehler nicht einfach auftrennen und neu positionieren. Nahtbreite, Fadenspannung, Schnittbreite und Differenzialtransport werden deshalb an einem Stoffrest getestet.
Overlock, Nähmaschine und Coverlock
Eine Overlock ersetzt die normale Nähmaschine nicht vollständig: Knopflöcher, Abnäher, präzise Ecken oder viele Stepparbeiten bleiben Aufgaben der Nähmaschine. Eine reine Coverlock wiederum arbeitet ohne Abschneidemesser mitten auf der Stofffläche und erzeugt vor allem elastische Cover- und Kettenstiche. Kombimaschinen können beide Stichgruppen, müssen dafür aber meist umgerüstet und neu eingefädelt werden.