Stoffverbrauch

Der Stoffverbrauch ist die Stoffmenge, die für Größe, Variante und Zuschnitt eines Nähprojekts bei einer bestimmten Stoffbreite benötigt wird.

Der Stoffverbrauch beschreibt die Länge einer Stoffbahn, die für ein Nähprojekt benötigt wird. Eine Angabe ist nur zusammen mit der Stoffbreite aussagekräftig: 2 Meter bei 150 cm Breite enthalten eine andere nutzbare Fläche als 2 Meter bei 110 cm Breite.

Angaben im Schnittmuster

Ein Schnittmuster nennt den Bedarf meist getrennt nach Größe, Modellvariante und Stoffbreite. Futter, Einlage, Bündchen oder Kontraststoff werden separat aufgeführt. Grundlage ist der zugehörige Schnittauflageplan.

Die angegebene Menge setzt voraus, dass alle Teile in der vorgesehenen Richtung und Anzahl angeordnet werden. Eine andere Stoffbreite lässt sich deshalb nicht zuverlässig mit einem einfachen Dreisatz umrechnen.

Was erhöht den Stoffbedarf?

  • größere Größe oder verlängerte Schnittteile
  • lange Ärmel, weite Röcke oder Kapuzen
  • Stoff mit Flor, Glanz oder einseitigem Motiv, bei dem alle Teile gleich ausgerichtet werden
  • Karos, Streifen oder große Rapporte, die an Nähten zusammenpassen sollen
  • Fehlerreserve, mögliches Einlaufen und Begradigen schiefer Schnittkanten
  • abweichende Stoffbreite oder nicht nutzbare Webkanten

Auch ein breiter Stoff spart nicht immer Material. Wenn ein großes Schnittteil nicht neben ein anderes passt, bleibt Fläche ungenutzt.

Stoffverbrauch selbst ermitteln

Sind alle Schnittteile vorhanden, kann eine maßstäbliche oder reale Probeauflage erstellt werden. Zwei parallele Linien markieren die nutzbare Stoffbreite ohne Webkanten. Darin werden die Teile mit korrektem Fadenlauf, Spiegelung und Musterrichtung angeordnet. Die benötigte Länge entspricht dem Stoffverbrauch zuzüglich sinnvoller Reserve.

Für einlagigen Zuschnitt müssen paarige Teile gespiegelt und Bruchteile zu vollständigen Vorlagen ergänzt werden. Bei doppelter Lage genügt meist jeweils eine Papiervorlage gemäß Zuschneideangabe.

Kauf und Kontrolle

Stoff wird häufig am Stück zugeschnitten und kann nicht nachgekauft werden. Bei unsicherem Rapport, Änderungen oder erwartbarem Einlaufen ist eine kleine Reserve sinnvoll. Bei teuren Materialien lohnt es sich, den Plan vor dem Kauf mit verkleinerten Teilen zu testen oder die Schnittteile auszumessen.

Auch bekannt als

  • Stoffbedarf
  • Materialverbrauch
  • Meterware-Bedarf
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