Ein Schnittteil bildet einen einzelnen Bestandteil eines Schnittmusters ab. Bei einem Oberteil können das etwa Vorderteil, Rückenteil, Ärmel, Kragen, Beleg oder Tasche sein. Erst durch korrektes Zuschneiden und Zusammensetzen entsteht aus den flachen Teilen die räumliche Form des Projekts.
Angaben auf einem Schnittteil
Neben der äußeren Schnittlinie enthält eine gute Vorlage Informationen, die für Zuschnitt und Verarbeitung nötig sind:
- Bezeichnung und Nummer des Teils
- Modellvariante und Größenlinien
- benötigte Anzahl, etwa „2 × Stoff“ oder „1 × im Stoffbruch“
- Fadenlauf
- Passzeichen, Knipse und Ansatzpunkte
- Abnäher, Falten-, Taschen- oder Teilungslinien
- Markierungen zum Verlängern oder Kürzen
- Hinweis auf enthaltene oder hinzuzufügende Nahtzugabe
Nicht jede eingezeichnete Linie ist eine Schnittlinie. Abnäher, Falten und Platzierungen werden in der Regel auf den Stoff übertragen, aber nicht ausgeschnitten. Deshalb sollte vor dem Schneiden die Legende des Schnittmusters gelesen werden.
Wie oft wird ein Schnittteil zugeschnitten?
Die Zuschneideangabe entscheidet, ob ein Teil einmal, paarweise oder aus mehreren Materialien benötigt wird. Ein Ärmelteil wird häufig zweimal spiegelbildlich zugeschnitten. Ein Rückenteil kann dagegen am Stoffbruch liegen und wird nach dem Auffalten symmetrisch. Für Belege oder Kragen kommen eventuell zusätzliche Teile aus Bügeleinlage hinzu.
Bei einlagigem Zuschnitt muss darauf geachtet werden, spiegelbildliche Paare zu erzeugen. Wird dasselbe Papierstück zweimal mit derselben Seite nach oben aufgelegt, können zwei linke statt eines linken und eines rechten Teils entstehen.
Markieren und zusammensetzen
Passzeichen werden innerhalb der Nahtzugabe als kleine Knipse oder mit Kreide übertragen. Punkte und Linien lassen sich je nach Stoff mit Kopierrädchen, Markierstift, Heftfaden oder Schneiderkreide markieren. Die Markierungsmethode sollte sich rückstandsfrei entfernen lassen und vorher an einem Reststück getestet werden.
Beim Nähen zeigen zusammengehörige Markierungen, welche Kanten aufeinandertreffen. Bei schwierigen Rundungen oder rutschigen Materialien kann ein Heftstich die Teile vor dem endgültigen Nähen mit der Nähmaschine sichern.