Der Geradstich ist der wichtigste Nutzstich einer Nähmaschine. Die Nadel sticht ohne seitliche Bewegung in einer Linie. Bei Haushaltsmaschinen wird daraus meist ein Doppelsteppstich: Oberfaden und Unterfaden verschlingen sich zwischen den Stofflagen.
Was bedeutet Steppstich?
Der Begriff ist mehrdeutig. In der Nähtechnik kann Steppstich die verschlungene Stichbildung der Maschine oder eine mit Geradstich genähte Steppnaht bezeichnen. Absteppen meint dagegen den Arbeitsgang, bei dem eine sichtbare Naht Flächen, Kanten oder Nahtzugaben fixiert.
In Hand- und Maschinenstickerei wird Steppstich teils für einen linienförmigen Stickstich verwendet. Dieser bestehende Glossarbegriff ist separat unter Steppstich in der Stickerei erklärt. Kontext ist daher wichtiger als eine vermeintlich universelle Gleichsetzung.
Einsatz des Geradstichs
- konstruktive Nähte in nicht elastischer Webware
- Säume und sichtbares Absteppen
- Annähen von Reißverschlüssen
- Heften mit großer Stichlänge
- Verstärkungsnähte mit mehrfach ausgeführtem Geradstich
Ein normaler Geradstich ist kaum dehnbar. Quer zur größten Dehnung eines Jerseys kann er bei Belastung reißen; dort sind elastische Stiche oder Overlock geeigneter.
Stichlänge wählen
Für normale Nähte liegt die Einstellung oft im mittleren Bereich der Maschine. Feine Stoffe vertragen tendenziell kürzere, dicke Stoffe und sichtbare Steppnähte eher längere Stiche. Sehr kurze Stiche perforieren empfindliche Materialien und lassen sich schwer trennen. Zum Heften wird deutlich verlängert, damit der Faden leicht entfernt werden kann.
Die optimale Kombination wird an einem Stoffrest mit denselben Lagen, Nadel und Garn getestet. Eine passende Fadenspannung sorgt dafür, dass keine Verschlingung deutlich auf Ober- oder Unterseite gezogen wird.