Bündchenstoff ist eine elastische Maschenware, die vor allem Abschlüsse an Hals, Ärmel, Saum oder Taille bildet. Sichtbare Längsrippen entstehen durch abwechselnde rechte und linke Maschen. Die Konstruktion liefert starke Querdehnung; Elastan in der Fasermischung verbessert häufig den Rücksprung.
Bündchenware und Rippjersey
Nicht jeder Rippstrick ist automatisch klassische Bündchenware. Meterware für ganze Kleidungsstücke kann weich und stark fallend sein, während Bündchenware für Abschlüsse meist mehr Rückstellkraft und Stand braucht. Sie wird offen, als breitere Schlauchware oder als vorgefertigter schmaler Schlauch angeboten.
Entscheidend sind Dehnung und Rücksprung: Das Material muss sich über Kopf, Hand oder Hüfte ziehen lassen und danach anliegen, ohne auszuleiern. Faserangabe oder Rippenbreite allein garantieren diese Eigenschaften nicht.
Länge und Zuschnitt
Ein Bündchen wird kürzer als die anzunähende Kante zugeschnitten und beim Annähen gleichmäßig gedehnt. Das genaue Verhältnis ist keine feste Universalzahl. Es hängt von Material, Ausschnittform, Dehnungsrichtung und Vorgabe der Nähanleitung ab. Eine Probe zeigt, ob der Abschluss flach liegt oder den Hauptstoff kräuselt.
Die größte Dehnung verläuft gewöhnlich quer zu den sichtbaren Rippen und muss um den Körper beziehungsweise die Öffnung führen. Bei Schlauchware entfallen je nach Umfang eine oder mehrere Schließnähte.
Verarbeitung
Bündchenring und Kleidungsöffnung werden in gleiche Abschnitte markiert, damit sich die Dehnung verteilt. Eine Overlock oder ein elastischer Nähmaschinenstich verbindet die Lagen; gedehnt wird nur das Bündchen, nicht die Öffnung. Eine passende Jersey- oder Stretchnadel verhindert unnötige Maschenschäden und Fehlstiche.