Was ist eine Applikation?
Eine Applikation ist eine textile Technik, bei der ein Stoffstück auf ein anderes aufgebracht und anschließend festgenäht oder -gestickt wird.
Sie wird sowohl bei Handarbeit als auch bei der Computerstickerei eingesetzt.
Typisch ist die Kombination aus Stoff (als „Füllung“) und einer dekorativen Umrandung, z. B. durch Satinstich oder Zickzackstich.
Vorteile der Applikation
- Weniger Stickzeit und Garnverbrauch im Vergleich zu Vollstick
- Große Wirkung durch Struktur, Farbe und Muster des Applikationsstoffs
- Ideal für Kinderkleidung, Deko oder Logos mit klaren Flächen
Techniken & Varianten
- Klassische Applikation mit dichtem Randstich
- Doodle-Applikation mit lockerem Geradstich für fransige Kanten
- ITH-Applikationen: vollständig in der Stickmaschine umsetzbar
- 3D-Applikationen: z. B. mit Filz, Kunstleder oder Schaumstoff
So funktioniert die Maschinenapplikation
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Die Stickdatei enthält eine Applikationssequenz mit:
- Platzierungsstich: Zeigt, wo der Stoff positioniert werden soll
- Fixierstich: hält den Stoff in Position
- Schnitt: überstehender Stoff wird zurückgeschnitten
- Dekorstich: z. B. Satinstich zur Umrandung
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Alternativ kann der Stoff auch vorab mit dem Schneidplotter zugeschnitten werden (passende Plotterdatei nötig)
Stoffwahl & Tipps
- Geeignet sind nicht zu dehnbare Stoffe, z. B. Baumwolle, Filz, Jeans, Canvas
- Bei Stoffen, die ausfransen, empfiehlt sich eine dichte Umrandung (Satinstich); bei Doodle-Applikationen sind die fransigen Kanten gewollt, hier reicht meist ein einfacher Geradstich
- Für dehnbare oder sehr dünne Stoffe solltest du auf der Rückseite ein passendes Stickvlies/Stabilisator verwenden, damit sich der Stoff beim Sticken nicht verzieht
- Verwende bei Webware meist ausreißbares Vlies, bei elastischen Stoffen schneidbares oder aufbügelbares Vlies – so bleibt die Applikation dauerhaft formstabil