Eine Maßtabelle zeigt, für welche Körpermaße die Größen eines Schnittmusters konstruiert wurden. Die Zahl oder Buchstabengröße eines Nähschnitts ist nicht zuverlässig mit einer Kaufgröße vergleichbar. Auch zwischen Schnittmusteranbietern können gleich bezeichnete Größen unterschiedliche Maße haben.
Körpermaße und Fertigmaße
Zwei Tabellen erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
- Körpermaßtabelle: ordnet gemessenen Brust-, Taillen-, Hüft- oder anderen Körperumfängen eine Ausgangsgröße zu.
- Fertigmaßtabelle: zeigt, wie groß das fertig genähte Kleidungsstück an ausgewählten Stellen sein soll.
Die Differenz heißt Zugabe oder ease. Positive Bequemlichkeitszugabe schafft Bewegungsraum. Bei körpernahen Schnitten aus elastischem Stoff kann die Fertigweite kleiner als das Körpermaß sein; dann spricht man von negativer Zugabe. Auch gestalterische Weite ist Teil des Entwurfs.
Richtig messen
Ein flexibles Maßband liegt körpernah, aber nicht einschnürend. Es sollte waagerecht verlaufen. Gemessen wird über der Unterwäsche beziehungsweise den Kleidungsstücken, die später darunter getragen werden. Je nach Projekt sind Oberbrust, Vollbrust, Taille, Hüfte, Rückenlänge oder Schrittlänge relevant.
Aktuelle Maße sind wichtiger als eine gewohnte Konfektionsgröße. Körper verändern sich, und schon eine andere BH-Form kann die Brustmessung beeinflussen.
Größe auswählen
Als Ausgangspunkt dient die vom Anbieter genannte Leitmessung. Bei Oberteilen ist dies je nach Größensystem häufig Brust- oder Oberbrustumfang, bei Hosen und Röcken Taille und Hüfte. Danach werden die Fertigmaße und die gewünschte Passform geprüft.
Fallen Brust, Taille und Hüfte in verschiedene Größen, kann bei einem Mehrgrößenschnitt zwischen Linien übergeleitet werden. Dieses Anpassen zwischen vorhandenen Größen ist nicht dasselbe wie eine vollständige Gradierung außerhalb des angebotenen Größenbereichs.
Zwischen zwei Größen
Liegt ein Maß zwischen zwei Tabellenwerten, entscheidet nicht automatisch die größere Zahl. Stoffdehnung, Fertigmaß, gewünschte Silhouette und Änderungsmöglichkeiten spielen mit. Bei einem eng sitzenden oder aufwendig konstruierten Projekt ist ein Probemodell aus vergleichbarem Material die sicherste Kontrolle.
Nach jeder Größenänderung müssen zusammengehörige Nähte, Passzeichen und Schnittteile weiterhin zueinanderpassen.